07.11.2017 14:03

Graue Energie in den Fokus!

Category: Bauszene

natureplus schließt sich der Forderung der DGNB an, das Klimaschutz-Sofortprogramm 2018-2020 im Baubereich zu ergänzen.

Vor dem Hintergrund, dass Deutschland sein Klimaschutzziel 2020 aktuellen Analysen zu Folge noch weiter verfehlen wird als bisher angenommen, wenn nicht umgehend weitere Maßnahmen eingeleitet werden, hat die Klima-Allianz Deutschland, ein Zusammenschluss von 62 Organisationen, darunter auch die natureplus-Partner BAUM, BUND, DUH und WWF, am 20. Oktober das "Klimaschutz-Sofortprogramm 2018-2020" veröffentlicht. Auch die Deutsche Gesellschaft für nachhaltiges Bauen (DGNB) unterstützt das Programm und die in dem Papier skizzierten Punkte. Die DGNB fordert darüber hinaus für den Bereich „Gebäude" weitere Maßnahmen.

Maßnahmen, die dem Gebäudebereich zugeordnet werden können, fasst das Sofortprogramm in dem Abschnitt „Das Fundament für die Wärmewende legen" zusammen. Darin heißt es einleitend, dass „mittel- und langfristig weder die nationalen Klimaschutzziele, noch die international eingegangenen Verpflichtungen ohne eine umfassende Wärmewende insbesondere im Gebäudebereich und bei der Industriewärme einzuhalten sind." Ein Grund sind die deutlich zu niedrigen Sanierungsquoten im Gebäudebestand.

Neben den im Sofortprogramm benannten Maßnahmen stellt die DGNB unter anderem folgende zusätzliche Forderungen: Für die Planung von Neubauten und Sanierungen müssen neben dem bisherigen Energiebedarf für Heizen, Kühlen, Warmwasser und teilweise Beleuchtung weitere CO2-Quellen in die Berechnungen für die Genehmigungsverfahren Einzug finden.

 

  • Es sollten technologieoffene ambitionierte Zielwerte für die CO2-Intensität des Gebäudebetriebs entwickelt und vorgegeben werden, die einen größeren Betrachtungsrahmen als bislang ermöglichen.
  • Zudem sollten die in den Baumaterialien gebundenen CO2-Emissionen über ihren Lebenszyklus hinweg ermittelt und in Genehmigungsverfahren als alternativer Nachweis zum effektiven Erreichen der Klimaschutzziele zugelassen werden.

Insbesondere der letzte Punkt wird von natureplus nachdrücklich unterstützt. Noch immer konzentrieren sich die Anstrengungen zum Klimaschutz im Gebäudebereich auf die Reduzierung des (Heiz-)Energieverbrauchs im Gebäude-Betrieb. "Immer weitere Anhebung der Dämm-Standards wird nicht zum Erfolg führen, auch weil die Akzeptanz dafür fehlt", befürchtet natureplus-Geschäftsführer Thomas Schmitz. "Wir brauchen stattdessen eine ganzheitliche Sicht auf das Gebäude und ganzheitliche Strategien zur CO2-Reduzierung. Diese müssen auch die 'graue Energie' betreffen, also die CO2-Emissionen bei der Herstellung der Baumaterialien. Hier lassen sich unter Umständen stärkere Einspareffekte erzielen, als durch noch mehr Dämmung." Denn inzwischen stecke in einem konventionellen Neubau nach aktueller EnEV so viel graue Energie, dass man es damit 50 Jahre heizen könnte. Eine sorgsame Auswahl der Materialien auch nach ihrem Energiegehalt sei also geboten, so natureplus.

Hier das Klimaschutz-Sofortprogramm 2018-2020" im Wortlaut:


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