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Holzbau hat Zukunft

Erstes Webseminar der Veranstaltungsreihe "Baustoffe der Zukunft" von natureplus war ein voller Erfolg

Wie Klassiker und Newcomer das Bauen nachhaltig verändern, zeigt die Webseminarreihe "Baustoffe der Zukunft" von natureplus mit Unterstützung der Architects for Future. In sechs Veranstaltungen von April bis Juli 2021 wirft natureplus alle 2-3 Wochen einen Blick auf die Baumaterialien von morgen. Am 16. April startete die Reihe mit Vorträgen zum Thema Holz, dem traditionsreichen und auch künftig vielversprechenden Baumaterial. Mehr als 70 Teilnehmer aus dem In- und Ausland machten diesen Auftakt mit zahlreichen Praxisbeispielen zu einem vollen Erfolg. Unter der bewährten Moderation von Katherina Brenner stellte eingangs natureplus-Geschäftsführer Tilmann Kramolisch die Veranstaltungsreihe und die Möglichkeiten der aktiven Beteiligung der Teilnehmer sowie das begleitende virtuelle Ausstellungsforum vor. Luisa Ropelato vom Mitveranstalter Architects for Future erläuterte die zentralen Forderungen ihrer Organisation, die zum Erreichen des 1,5°-Ziels beitragen sollen, und stellte in den Raum, dass der Erhalt von Gebäudesubstanz und der Verzicht auf Neubau der wichtigste Beitrag zum Klimaschutz sein könnte.

An Stelle des leider kurzfristig erkrankten Prof. Ludger Dederich von der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg führte der Forstwissenschaftler Jan Bulmer vom Ministerium für ländlichen Raum Ba-Wü mit einem Beitrag zur "Holzbauoffensive Baden-Württemberg" in das Thema ein. Mit dieser Initiative, bestehend aus 13 Innovationspaketen, fördert das südwestdeutsche Bundesland neben diversen Modellvorhaben vor allem im Geschosswohnungsbau und zahlreichen Landesgebäuden in Holzbauweise vor allem die anwendungsbezogene Innovationsforschung, die Digitalisierung der mittelständischen Betriebe sowie die Integration des modernen Holzbaus in die Aus- und Weiterbildung von Planer*innen und Praktiker*innen. Sieben Landesministerien sind an dieser Holzbauoffensive beteiligt und auch die Landesbauordnung wurde angepasst, um Ba-Wü zum "Trendsetter für nachhaltiges und klimagerechtes Bauen" zu machen und das Land durch CO2-Speicherung und Substitution klimaschädlicher Materialien "aus dem Klimaproblem heraus" zu bauen.

Praktische Beispiele

Anschließend gab es eine große Zahl praktischer Umsetzungsbeispiele, die eindrucksvoll belegten, dass der moderne Holzbau längst der "Fertighausecke" entwachsen ist. Den Anfang machte Norman Kubetschek, der das neue Bürogebäude der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe in Mecklenburg-Vorpommern vorstellte, in dem die FNR als Auftraggeber die Leistungsfähigkeit der Erneuerbaren Materialien eindrucksvoll unter Beweis stellte. Danach berichtete Andreas Pohl vom neuen Werkstattgebäude der Konrad Zuse Schule in Berlin-Pankow, in dem entsprechend der Philosophie des Berliner Architekturbüros ZRS ausschließlich mit Naturbaustoffen wie Holz und Lehm ein gesundes Innenraumklima geschaffen wird und man auf aufwändige Lüftungstechnik verzichtet.

Anschließend präsentierte Jeroen Meissner von den Berliner "Partner und Partner Architekten" ihre in Wolfsburg geplanten klimafreundlichen "Woodscraper"-Wohnhochhäuser. Das im Dezember 2020 mit dem "Deutschen Nachhaltigkeitspreis Design" prämierte Projekt verzichtet fast vollständig auf Beton, der unter Freisetzung von viel CO2 hergestellt wird und zudem einen großen Abfallberg hinterlässt. Durch die Verwendung von Holz & Stroh werden die von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt geförderten Woodscraper zudem drastisch CO2 einsparen. Die nachwachsenden Baustoffe sind gut verfügbar, können nach dem Prinzip der Kreislaufwirtschaft wieder genutzt werden und garantieren schadstofffreies Wohnen. Insgesamt werden energetische Reduzierungen sowie Einsparungen an verbauter Elektrotechnik von mehr als 25% erreicht.

Abschließend zeigte Ralf Harder vom Hersteller Lignotrend verschiedene Beispiele in der Anwendung seiner natureplus-zertifizierten Deckensysteme, die große Spannweiten und Tragkraft mit schlanken Profilen, diversen Möglichkeiten der Schall- und Wärmedämmung und einer ressourcensparenden Fertigung verbinden. In der lebhaften Abschlussdiskussion und Fragerunde der knapp dreistündigen Veranstaltung ging es zum einen um die These von Herrn Bulmer, ob der Umstieg auf eine CO2-speichernde Holzbauweise die Lösung für das Klimaproblem des Bausektors bieten könnte. Vertreter der Massivbauweise sahen das naturgemäß völlig anders. Andererseits gab es zahlreiche Nachfragen zu den konkreten vorgestellten Projekten.

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