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A4F Petition im Bundestag

Der Petitionsausschuss hörte kürzlich die Argumente der "Bauwende"-Petition der Architects for Future an.

Die Argumente der "Bauwende"-Petition, vorgetragen durch den Architekten Michael Wicke, wurden am 01. März 2021 vor dem Petitionsausschuss des Bundestages gehört. Die Petition der Architects for Future (A4F), die auch von natureplus unterstützt worden war, konnte 57.476 Online-Mitzeichnungen auf dem Petitionsportal des Bundestages verbuchen. Mit der Petition fordern die A4F einen klima- und sozialverträglichen Bausektor. Durch ein umfassendes Maßnahmenpaket solle vollständig auf nachhaltiges Bauen und Betreiben von Gebäuden umgestellt werden, um die Pariser Klimaschutzziele zu erreichen und den Bausektor zukunftssicher zu gestalten. Wir berichteten bereits.

“Umbau statt Neubau” und "Kreislaufwirtschaft” im Fokus

Zwei der insgesamt sieben Forderungen aus der Petition stellte Michael Wicke vor dem Ausschuss in den Vordergrund. So müsse dem Prinzip „Umbau statt Neubau“ gefolgt werden. Ressourcen und Emissionen seien am schnellsten einzusparen, „wenn wir erst gar nicht bauen“. Das Vorhandene reiche aus, müsse aber optimal genutzt und erhalten werden. Bauen im Bestand sowie die nachhaltige energetische Sanierung müssten daher besser gefördert werden, verlangte Wicke. Gleichzeitig müssten bürokratische Hindernisse beseitigt werden, die heute das Bauen im Bestand verteuerten. Abriss hingegen dürfe nur noch erlaubt werden, „wenn er sozial und ökologisch begründet wird“

Als zweiten wichtigen Punkt wurde eine funktionierende Kreislaufwirtschaft angeführt. Die „grauen Energiekosten“ sowie die Umweltfolgekosten müssten Beachtung finden, sagte die den Petenten begleitende Architektin Elisabeth Broermann. Gefordert wird daher unter anderem, dass der Marktpreis von Baumaterialien „alle Umweltfolgekosten“ umfasst. Auch müssten Bauprodukte kreislaufgerecht rückgebaut und verbaut werden, „um sie nach Dekonstruktion wieder verwenden zu können“. Ressourcenaufwand und CO2-Ausstoß eines Gebäudes müssten über den ganzen Lebenszyklus transparent dargestellt werden. Ziel der Petition ist es auch, die Flächenversiegelung zu minimieren. Sie soll nur noch genehmigt werden, „wenn sie am Gebäude oder in direkter Umgebung ökologisch ausgeglichen wird“.

Bundesregierung sieht sich problembewusst

Die Bundesregierung sei sich der Problematik bewusst, sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI), Volkmar Vogel (CDU), während der Sitzung. Er verwies darauf, dass das Bundesprogramm Energieeffizientes Gebäude einen Nachhaltigkeitsfaktor umfasse, der die in der Petition adressierten Themen adressiere. Zudem werde im Baulandmobilisierungsgesetz, das sich gegenwärtig im parlamentarischen Verfahren befinde, die Frage der Umnutzung von nicht mehr benötigten Gebäuden thematisiert, um Ressourcen zu schonen und sich trotzdem Innovationen nicht zu versperren. Um tatsächlich voranzukommen, brauche es aber die Zusammenarbeit aller staatlicher Ebenen – Bund, Länder und Kommunen, sagte Vogel.

(nach einem Bericht im "Häuserblog", der auch eine Videoaufzeichnung der Sitzung enthält)

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