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Innovation und Nachhaltigkeit gehen Hand in Hand

Der diesjährige DGNB Tag der Nachhaltigkeit fand am 01.07.2021 statt und stand ganz im Zeichen innovativer Projekte, die aufzeigen, wie die dringend notwendige Transformation im Bausektor aussehen kann.

Neuer DGNB Report mit SDG Bezug: Bauen für eine bessere Welt, © DGNB

DGNB Zertifizierungssystem für nachhaltige Baustellen, Grafik © DGNB

Abschlussdiskussion mit (v.l.n.r.) DGNB Vorständen Johannes Kreißig und Dr. Christine Lemaitre und DGNB Präsident Amandus Samsoe Sattler, Foto © DGNB

Mitgliederversammlung: Neuzugänge im Präsidium, Partnerschaften und ein neues Zertifizierungssystem

Zum Auftakt des Tags der Nachhaltigkeit fand am Vormittag des 01. Juli zunächst die DGNB Mitgliederversammlung statt, bei der unter anderem die Neuzugänge im Präsidium, Andrea Gebhardt (Präsidentin der Bundesarchitektenkammer) und Thomas Kraubitz (Buro Happold), vorgestellt wurden. Darüber hinaus bot die DGNB, die inzwischen mehr als 1.400 Mitglieder zählt, Einblicke in die zahlreichen Aktivitäten der Organisation. Zu diesen zählen neben der Vielzahl an Veranstaltungen, auch diverse neue Partnerschaften, etwa mit dem Neuen Europäischen Bauhaus oder der Bundesstiftung Baukultur. Außerdem verstärkt die DGNB weiterhin ihr politisches Engagement, zum Beispiel durch ein Aktionsbündnis mit der Bundesarchitektenkammer und der Deutschen Umwelthilfe, und unterstützt zahlreiche Forschungsprojekte und Studien.  

In einem neuen Zertifizierungsbericht, den die Organisation nun jährlich veröffentlichen will, möchte die DGNB die Bekanntheit der Sustainable Development Goals (SDG) in der Baubranche erhöhen und darlegen, wie auch Bauherren und Planer zu diesen beitragen können. Zu den Neuerungen im Bereich der Zertifizierungen zählt auch ein von der DGNB neu entwickeltes Zertifizierungssystem für nachhaltige Baustellen. Dieses gilt sowohl für Hoch- als auch Tiefbauprojekt und hilft als Planungs- und Managementtool bei der Qualitätssicherung und Risikominimierung auf der Baustelle. Berücksichtigt werden hier die Kriterien: Baustellenorganisation, Ressourcenschutz, Gesundheit und Soziales, Kommunikation mit der lokalen Öffentlichkeit und Qualität der Bauausführung.  

Der Überblick über die zahlreichen Wettbewerbe, die seitens der DGNB unterstützt werden, diente schließlich als gelungene Überleitung zum Nachmittagsprogramm des Tags der Nachhaltigkeit, das ganz im Zeichen der Innovation und Transformation stand. 

DGNB Sustainability Challenge

Am Nachmittag wurden zunächst die Gewinner der diesjährigen DGNB Sustainability Challenge gekürt. In den Kategorien Innovation, Start-Up und Forschung konnten bis April diesen Jahres innovative Projekt eingereicht werden, die die Vielfalt im Umgang mit dem Thema Nachhaltigkeit in der Bau- und Immobilienwirtschaft zeigen sollen.  Nach einer Vorauswahl durch die Jury, bestehend aus Mitgliedern des DGNB Innovationsbeirats, konnte das Publikum online aus den drei besten Teilnehmern pro Kategorie bis Ende Juli über den Sieger bzw. die Siegerin abstimmen.  

Die Finalist*innen der jeweiligen Kategorien stellten am 01.07. noch einmal ihre Projekte vor bevor die Preisträger gekürt wurden. Die Gewinner sind: 

  • Kategorie Forschung: Dr. Anja Rosen von der Bergischen Universität Wuppertal, deren „Urban Mining Index“ das Ziel verfolgt, Baustoffe in möglichst geschlossenen Kreisläufen zu führen und die Qualität der Nachnutzung von Wert- und Abfallstoffen in Gebäuden quantitativ messbar zu machen 

  • Kategorie Innovation: Nils Rödenbeck von Interface Deutschland, das im Rahmen einer neuen Produktreihe drei CO2 negative Teppichfliesen präsentiert, die den CO2-Fußabdruck in Bauprojekten verringern können 

  • Kategorie Start up: Dominik Campanella von Concular, das durch seine Software, Concular täglich Materialkreisläufe von Gebäude zu Gebäude schließt und mit intelligenter Vermittlung, Ökobilanzierung und zirkulärer Lieferkette Wiederverwendung einfach, wirtschaftlich und messbar macht 

  • Sonderkategorie Studentischer Sonderpreis: Philipp Merbeler und Leo Tenziper von der TU Berlin mit ihrem Projekt „Terra Vermelha“, in dem sie ein Konzept für eine nachhaltige Favela-Architektur entworfen haben mit Fokus auf dem Einsatz von Holz und Lehm 

Green Solution Awards

Der zweite Programmpunkt legte den Fokus auf Architektur. Auch hier stand Innovation im Vordergrund, als sich die Finalisten des Green Solutions Awards vorstellten – ein weltweiter Wettbewerb für herausragende Projekte im Bereich nachhaltiges Bauen, der von der Plattform Construction 21 organisiert wird.  Als Gründungsmitglied dieser Plattform kürte die DGNB im Rahmen des Tages der Nachhaltigkeit daher auch die nationalen Preisträger dieses Wettbewerbs. Unter die Finalisten geschafft hatten es: 

  • das Holzhybridhaus Variowohnen in Bochum von ACMS Architekten GmbH - ein studentisches Wohnheim im Passivhausstandard für das eine ehemalige Industriebrache vor allem mit Hilfe von vorgefertigten Holzbauteilen saniert wurde 

  • Bauteil C des Eisbärhauses von BANKWITZ beraten planen bauen GmbH – bei dem es sich um die Erweiterung eines klimapositiven, mischgenutzen Passivhauses handelt, für die unter anderem komplett auf eine eigene Wärmequelle verzichtet wurde und deren Wärmeversorgung sich ausschließlich über ein sogenanntes Nahwärmenetz speist (Gewinner des Publikumspreises) 

  • Der Null-Energie-Fachklassentrakt von Liebel/Architekten BDA – ein klimapositives Schulgebäude in Aalen, das sich unter anderem durch ein hybrides Lüftungssystem und einen besonderen Naturbezug sowie die vorherrschenden Materialien Holz und Glas auszeichnet (Gewinner des nationalen Green Solutions Awards) 

Als nationaler Gewinner wurde schließlich das Null-Energie Fachklassentrakt ausgezeichnet, das nun auch an der internationalen Endausscheidung der Green Solutions Awards teilnimmt, deren Gewinner wiederum im Rahmen der Weltklimakonferenz COP26 gekürt werden.  

Internationaler Blick auf die Transformation im Bausektor 

Einen Ausblick darauf wie die Transformation im Bausektor auch global gelingen kann, gaben Edward Mazria, Gründer und Geschäftsführer Architecture 2030 und Ashok Lall, Kamla Raheia Vidvanidhi Instute for Architecture Mumbai. Mazria sieht insbesondere die Aufklärung und Kommunikation über nachhaltige Bauweisen, über Wege zur Reduktion von CO2 Emissionen bei existierenden Gebäuden und über nachhaltige Baustoffe als Schlüssel für eine Transformation. Ashok Lall wiederum legte den Fokus darauf, wie die Bauweisen der Zukunft aussehen können, um einer wachsenden Bevölkerung und gleichzeitig dem sich wandelnden Klima Rechnung zu tragen.  

Abschlussdiskussion: "Jetzt anfangen!"

Der Ausblick auf die COP26 im November in Glasgow, sowie die anstehenden Bundestagswahlen in Deutschland bildeten schließlich den Aufhänger für die abschließende Podiumsdiskussion. Die geschäftsführenden DGNB Vorstände Dr. Christine Lemaitre, Johannes Kreißig und DGNB Präsident Amandus Samsøe Sattler diskutierten über den Eruopean Green Deal, das europäische Bauhaus, die EU-Taxonomie, das Aktionsbündnis von BAK, DUH und DGNB und das BEG und waren sich einig, dass die Weichen für die Zukunft des Bausektors jetzt gestellt werden müssen. „Jetzt anfangen“, waren daher auch die Schlussworte von Christine Lemaitre, die noch einmal an das Publikum appellierte, dass keine Zeit zu verlieren sei und jeder einen Teil zu mehr Nachhaltigkeit beitragen kann und sollte. 

Veranstaltungshinweis:

Am 29.07.2021 findet von 10 bis 19 Uhr ein digitaler Wissens-Hackathon mit dem Schwerpunkt Architektur mit dem Motto "verANTWORTung" statt. Noch bis zum 23.07. können hierzu Fragen und inhaltliche Impluse eingreicht werden. Dieser Termin ist der erste einer Reihe interdisziplinärer Hackathons, die die DGNB gemeinsam mit der gemeinnützigen Wissensstiftung und der Unterstützung der Bundesarchitektenkammer, der Bundesstiftung Baukultur und des Deutschen Designtags durchführt. Weitere Informationen und den Link zum Einreichen Ihrer Ideen finden Sie hier.

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