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Holzbau ja, aber richtig

In einem neuen Positionspapier plädiert die DGNB für einen differenzierten Umgang mit dem Holzbau.

Seit einigen Jahren erlebt der Holzbau eine Renaissance. Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen – DGNB e.V. hat hierzu ein Positionspapier veröffentlicht. Darin wird der Holzbau als ein Baustein für die Transformation hin zu einem klimagerechten und nachhaltigen Bausektor benannt. Zu den Grundaussagen des achtseitigen Dokuments zählt die Notwendigkeit einer ganzheitlichen Betrachtung jeder Bauaufgabe. Gefragt sind Offenheit und eine differenzierte Auseinandersetzung mit allen Baustoffen, um die individuell beste Lösung zu finden. Das Positionspapier wurde unter fachlicher Begleitung des DGNB Innovationsbeirats und weiterer Experten erarbeitet.

Position der DGNB

Im Zuge des Diskurses rund um Klimawandel und die Verknappung von Ressourcen, erfährt der Holzbau seit einigen Jahren einen anhaltenden Aufschwung im Bausektor. "Holz ist ein nachwachsender Rohstoff, kann Kohlenstoff speichern und schafft ein angenehmes Raumklima – damit bringt es wertvolle Eigenschaften für eine nachhaltige Bauweise mit sich", sagt Dr. Christine Lemaitre, Geschäftsführender Vorstand der DGNB. "Dass diese Potenziale zu einem ganzheitlich nachhaltigen Ergebnis führen, hängt jedoch von der Planung und einer differenzierten Auseinandersetzung mit dem Thema der Materialität ab."

Dazu gehört auch, die Materialwahl nicht vor die Bauaufgabe zu stellen oder per se auf einen Baustoff zu setzen. "Um Zukunftsaufgaben zu lösen, müssen wir uns faktenorientiert mit allen Kriterien einer nachhaltigen Architektur auseinandersetzen", so Lemaitre. Fällt die Wahl auf Holz, ist es beispielsweise wichtig im Sinne der Circular Economy vom Ende her zu planen. "Wenn wir Holz-Komposite verbauen, die am Ende zu Abfällen werden oder ein Holzhaus planen, das schon nach wenigen Jahren wieder abgerissen und thermisch verwertet wird, ist von der CO2-senkenden Wirkung nicht mehr viel übrig." Eine Kernaussage des Positionspapiers ist deshalb auch, den Baustoff mit dem darin gespeicherten Kohlenstoff so lange wie möglich in der Gebäudenutzung zu halten.

Appell an alle Akteure des Bauens

Damit der Holzbau im Sinne des nachhaltigen Bauens erfolgreich durchgeführt wird, sind alle Akteure der Bau- und Immobilienbranche gefragt. Die Politik wird dazu aufgerufen, innovative Lösungen baustoffübergreifend zu fördern und die ganze Bandbreite alternativer biobasierter Werkstoffe im Blick zu haben. An Planer, Bauherren, Investoren und Projektentwickler geht der Appell, die Vorteile unterschiedlicher Werkstoffe im Sinne der Nachhaltigkeit zu kombinieren. Lösungsansätze sind das einfache und robuste Bauen und eine integrale Planung. Nicht zuletzt soll die Zusammenarbeit über die gesamte Wertschöpfungskette gestärkt und der Austausch sowie gegenseitiges Verständnis gesteigert werden.

Vertiefendes Wissen zum Holzbau

Auch die DGNB fördert den Austausch und das Wissen rund um Holz und hat hierzu eine eigene Seminarreihe im Rahmen der DGNB Akademie ins Leben gerufen. "Wir freuen uns über das große Interesse am Holzbau. Umso wichtiger ist es für Planer, das richtige Handwerkszeug im Umgang damit zu erlangen. Das wollen wir in unseren Kursen vermitteln", sagt Lemaitre. In Kooperation mit proHolzBW findet der nächste mehrtägige Einstiegskurs zum Bauen mit Holz im November 2021 statt. Mehr Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung gibt es unter www.dgnb-akademie.de.

Hintergrund

Holzbau nimmt seit einigen Jahren stark an Fahrt auf. Der Diskurs rund um den Klimaschutz gibt ihm Rückenwind in Politik, Gesellschaft und Medien. Die Akzeptanz der Bauweise ist hoch. Er besitzt ein großes Potenzial für die dringend notwendige Dekarbonisierung des Bausektors und somit auch zur Erreichung der Klimaziele der Bundesregierung sowie für zukünftige Bauaufgaben wie beispielsweise Zentrumsentwicklungen und Nachverdichtung. Zugleich bietet der Werkstoff Holz aufgrund seiner eigenen Planungskultur viele Ansatzpunkte für neue digitale Planungs- und Ausführungsprozesse. Aufgrund umfangreicher Forschungs- und Entwicklungsarbeiten, etwa zu Statik und Brandschutz, sowie der Einführung von innovativen, standardisierten Holzbauprodukten (z.B. Brettsperrholz) haben sich die Einsatzmöglichkeiten der Bauweise kontinuierlich erweitert.

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